Nationale Förderungen

Auch internationale Filmprojekte in den Bereichen Kino und TV werden unter bestimmten Voraussetzungen unterstützt. In den meisten Fällen im Rahmen einer offiziellen Koproduktion oder auch einer Serviceproduktion. Sofern nicht bereits Kontakte zu heimischen ProduzentInnen bestehen, kann Location Austria zwischen internationalen und österreichischen Produktionsunternehmen vermitteln.

Die Publikation des Österreichischen Filminstituts Filmförderung und Filmfinanzierung in Österreich - Institutionen auf einen Blick gibt jährlich eine aktuelle Übersicht über die österreichischen Filmförderinstitutionen und europäischer Programme auf österreichischer Ebene. Es sind jene Einrichtungen erfasst, die Film auf nationaler und regionaler Ebene kontinuierlich fördern bzw. auch europäische Fördermaßnahmen in Bezug auf Österreich. Es stellt eine Ergänzung zum jährlich erscheinenden Filmwirtschaftsbericht dar.

Neben FISA - Filmstandort Austria gibt es auf Bundesebene folgende Filmfördereinrichtungen:

Österreichisches Filminstitut

Das Österreichische Filminstitut (ÖFI) ist die größte Fördereinrichtung von Österreich. Als bundesweite Institution fördert das ÖFI das österreichische Filmwesen nach kulturellen und wirtschaftlichen Aspekten. Gefördert werden österreichische Kinofilme bzw. diesen gleichgestellte Koproduktionen (Spiel- und Dokumentarfilme; Mindestlänge von 70 Minuten bzw. bei Kinderfilmen 59 Minuten und bei Nachwuchsfilmen 45 Minuten).

Die Antragsberechtigung setzt eine ausreichend fachliche Qualifikation und beiFirmen einen Sitz bzw. eine Zweigniederlassung im Inland oder bei Personen die österreichische Staatsbürgerschaft bzw. einen Wohnsitz in Inland (im Falle von EU-Bürgern) voraus.

Die Förderbereiche umfassen

  • Stoff- und Projektentwicklung,

  • Herstellung

  • Verwertung (Festivalteilnahmen und Kinostart),

  • Verbreitungsmaßnahmen

  • berufliche Weiterbildung

Die Förderentscheidungen werden von einer Projektkommission getroffen (projektbezogene Filmförderung). Diese tagt zumindest vier Mal im Jahr. Mittels der erfolgsabhängigen Filmförderung (Referenzfilmförderung) fördert das Filminstitut die Herstellung und Entwicklung eines neuen Films, wenn der Referenzfilm eine Mindestanzahl an Referenzpunkten erreicht hat.

Film- und Fernsehabkommen

Ziel des Film- und Fernsehabkommens zwischen dem Österreichischen Filminstitut und dem Österreichischem Rundfunk (ORF) ist zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Film und Fernsehen, insbesondere zur Herstellung österreichischer Kinofilme beizutragen. Fördervoraussetzung ist die Basisfinanzierung durch das Filminstitut bzw. im Falle der Nachwuchs- und Innovationsförderung einer anderen filmfördernden Institution. Rund 10% der jährlichen Mittel sind für Nachwuchs- und Innovationsprojekte vorgesehen. Die Förderentscheidungen werden von der „Gemeinsamen Kommission“ getroffen, bestehend aus sechs Mitgliedern, von denen drei Mitglieder vom Filminstitut und drei Mitglieder vom ORF benannt werden. Diese tagt in der Regel vier Mal im Jahr.

Fernsehfonds Austria

Die RTR-GmbH verwaltet den Fernsehfonds Austria und erhält dafür jährlich ein Budget von 13,5 Mio. Euro aus einem Teil der Gebühren gem. § 3 (1) Rundfunkgebührengesetz, zur Förderung der Herstellung von Fernsehfilmen (einschließlich Fernsehserien, -reihen und -dokumentationen) und deren Verwertung.

Förderungsvoraussetzungen (Auszug)

Erfüllung von mindestens drei Kriterien betreffend „Kultureller Inhalt“, u.a.:

  • Produktion spielt in Österreich/EWR

  • Verwendung österreichischer Motive und Drehorte

  • Mitwirken von Filmschaffenden aus Österreich/EWR

  • Mindestlänge von 23 Minuten

  • Antragsberechtigt sind qualifizierte unabhängige Filmproduktionsunternehmen mit Betriebstätte bzw. Zweigniederlassung in Österreich

  • Vorrausetzung ist die Beteiligung einer oder mehrerer Fernsehveranstalter in Höhe von mindestens 30% an den Herstellungskosten

  • Fernsehveranstalter dürfen die Rechte an Fernsehfilmen und Dokumentationen für höchstens sieben Jahre, an Serien für höchstens zehn Jahre erwerben

  • Die maximale Förderungshöhe beträgt 20% der angemessenen Gesamtherstellungskosten, in Ausnahmefällen bis zu 30%

  • Die Höchstfördergrenzen liegen im Einzelfall für Fernsehserien bei 200.000 Euro pro Folge, für Fernsehfilme bei 1.000.000 Euro und für TV-Dokumentationen bei 200.000 Euro

  • Die Aufwendungen, die in Österreich umgesetzt werden, sollen mindestens dem 1,5-fachen des gewährten Förderungsbetrages entsprechen und dürfen diesen Förderungsbetrag nicht unterschreiten

  • Projekte mit hohen Aufwendungen in Österreich und Projekte mit hohem ausländischem Finanzierungsanteil können besonders berücksichtigt werden


Die Förderungen werden in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse gewährt. Pro Jahr sind vier Einreichtermine vorgesehen. Förderungsentscheidungen werden unter Berücksichtigung der Förderungsziele und nach Stellungnahme des Fachbeirates durch den Geschäftsführer für den Fachbereich Medien der RTR-GmbH getroffen.

Bundeskanzleramt: Abteilung II/3 - Film

Die Kunstsektion des Bundeskanzleramtes fördert innovative Projekte in den Bereichen Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilm sowie talentierte junge FilmemacherInnen.

Die Förderbereiche umfassen neben der Stoff- und Projektentwicklung über die Herstellung bis zur Verbreitung auch noch Stipendien, Programmkinos, Festivals u. Ä.

Antragsberechtigt sind Personen mit österreichischer Staatsbürgerschaft bzw. mit Wohnsitz im Inland (seit mindestens drei Jahren). In der Regel gibt es drei Einreichtermine im Jahr (zum Teil unterschiedlich in den einzelnen Förderbereichen). Die Förderungen werden auf Empfehlung eines Beirates vergeben.

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