Einkommensteuer

Unbeschränkt deswegen, weil grundsätzlich alle in- und ausländischen Einkünfte der Einkommensteuer unterliegen. Daneben kann auch für Personen ohne inländischen Wohnsitz für bestimmte inländische Einkünfte eine Steuerpflicht bestehen. 

Doppelbesteuerungsabkommen (im weiteren Text als DBA bezeichnet) regeln zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung die Aufteilung der Besteuerungsrechte zwischen den Vertragsstaaten in Abhängigkeit von der Einkunftsart. Der Staat, dem seitens des DBA ein Besteuerungsrecht zugewiesen wird, darf dieses nach seinen innerstaatlichen rechtlichen Möglichkeiten auswerten. Österreich hat gegenwärtig Doppelbesteuerungsabkommen mit über 90 Staaten abgeschlossen.

Nach den meisten bestehenden DBA werden Einkünfte aus selbständiger Arbeit nicht in Österreich besteuert, es sei denn, der Steuerpflichtige hat für die Ausübung seiner Tätigkeit in Österreich eine feste Einrichtung (Werkstatt, Büro etc.). Die Definition des Begriffs der festen Einrichtung bezieht sich auf einen Mittelpunkt der Tätigkeit mit festem oder dauerhaftem Charakter. In diesem Fall unterliegen aber nur die durch die feste Einrichtung erzielten Einkünfte der Steuerpflicht in Österreich. Unabhängig von einer festen Einrichtung als Wirkungsort werden jedoch in vielen DBA die Einkünfte von Vortragskünstlern gesondert geregelt und es wird unter bestimmten Voraussetzungen Österreich das Besteuerungsrecht zugewiesen.

Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit in Österreich werden grundsätzlich auch hier besteuert. Eine Ausnahme besteht regelmäßig in DBA, wenn sich die betreffende Person während eines (idR Kalender-)Jahres nicht länger als 183 Tage in Österreich aufhält, der Arbeitgeber nicht in Österreich ansässig ist und die Vergütung nicht von einer Betriebsstätte oder festen Einrichtung, die der Arbeitgeber in Österreich hat, getragen wird.

Grundsätzlich sind die zur Anwendung kommenden Steuersätze für die in Österreich zu versteuernden Einkünfte von unbeschränkt und beschränkt steuerpflichtigen gleich.

Abhängig von der im DBA vorgesehenen Methode zur Vermeidung der Doppelbesteuerung werden

a) die sohin in Österreich besteuerten Einkünfte im Heimatland von der Besteuerung ausgenommen, wobei in der Regel diese Einkünfte progressionserhöhend auf die von den übrigen Einkünften erhobene Steuer wirken (Befreiungsmethode, idR mit Progressionsvorbehalt), oder
b) die bezahlten Steuern auf die im Heimatstaat zu zahlende Steuer angerechnet (Anrechnungsmethode).

Die Anrechnung lt. Punkt b) bedeutet, dass der Heimatstaat zwar das gesamte Welteinkommen der Person besteuert, dabei aber die in Österreich bezahlte Steuer von der errechneten Gesamtsteuerschuld abgezogen wird.

Ausnahmeregelungen für Vortragskünstler

Als Vortragskünstler gelten im Sinne des DBA ausschließlich Personen, die unmittelbar (auf der Bühne) oder mittelbar (in Film und Fernsehen) in der Öffentlichkeit auftreten. Betroffen sind demnach u. a. Schauspieler, Musiker, Stuntmen, Artisten aber auch Nebendarsteller, Mannequins und ähnliche Personen. Hierbei kommt es nur auf den Unterhaltungscharakter und nicht auf die künstlerische Qualität an. Ebenso unerheblich ist, ob die Tätigkeit in einem Dienstverhältnis ausgeübt wird oder nicht. Nicht betroffen sind werkherstellende Künstler und Tätigkeiten der Regisseure, Kameraleute, Ausstatter, Choreographen, Tontechniker etc.

Nach den bestehenden DBA gilt als Grundregel für Vortragskünstler, dass für in Österreich erbrachte und vergütete Leistungen das Besteuerungsrecht Österreich zugewiesen wird. Diese Regelung kommt auch dann zum Tragen, wenn die Vergütungen für die Darbietungen eines Künstlers nicht ihm selbst, sondern einem Dritten (z. B. Vermarktungsgesellschaft) ausbezahlt werden (Künstlerdurchgriff). Zu beachten ist, dass es jedoch in einigen DBA zu Abweichungen in Hinblick auf die Regelung für Vortragskünstler kommt. Zum Beispiel regelt das DBA mit den USA, dass Österreich das Besteuerungsrecht nur dann zusteht, wenn der für die Tätigkeit bezogene Bruttobetrag der Einnahmen, einschließlich der erstatteten oder übernommenen Kosten, US$ 20.000 im betreffenden Steuerjahr übersteigt.

Die Einkommensteuer wird als Abzugsteuer grundsätzlich in der Höhe von 20% des vollen Betrags der Einnahmen (Einnahmen einschließlich aller Kostenersätze und Sachbezüge, jedoch abzüglich einer eventuellen Umsatzsteuer) von der auszahlenden Stelle (Auftraggeber) einbehalten, unabhängig davon, ob der Künstler selbständig oder nichtselbständig tätig wird.

Mit den Einnahmen unmittelbar zusammenhängende Ausgaben können jedoch bereits beim Steuerabzug vom vollen Betrag der Einnahmen abgezogen werden, wenn der beschränkt steuerpflichtige Empfänger der Einnahmen in der EU oder im EWR ansässig ist und diese Ausgaben dem Schuldner der Einkünfte vor deren Zufließen schriftlich mitgeteilt hat. In diesem Fall beträgt die Abzugssteuer 35%, wenn der Steuerpflichtige eine natürliche Person ist, sonst 25%.

Der Schuldner ist unter gewissen Voraussetzungen von der Verpflichtung zum Steuerabzug befreit, wenn er die geschuldeten Beträge nicht an den beschränkt steuerpflichtigen Gläubiger sondern an eine Künstlerverwertungsgesellschaft (AKM, Austro-Mechana, Literar-Mechana) abführt, welche ihrerseits den Steuerabzug bei Weiterleitung der vereinnahmten Beträge an den Gläubiger vorzunehmen hat.

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