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Sozialversicherung und lohnabhängige Abgaben

Eine eingeschränkte Sozialversicherungspflicht entsteht, wenn Lohn oder Gehalt einen Mindestbetrag nicht überschreitet („Geringfügigkeitsgrenze“). In diesem Fall müssen die Dienstnehmer / Dienstnehmerinnen nur unfallversichert werden.

Bei Vorhandensein einer Betriebsstätte in Österreich muss der Dienstgeber / die Dienstgeberin die Dienstnehmer / Dienstnehmerinnen bei der zuständigen Krankenkasse anmelden und den Dienstgeber- und Dienstnehmeranteil zur Sozialversicherung abführen. Bei Fehlen einer inländischen Betriebsstätte können Dienstgeber / Dienstgeberinnen aus EU-/EWR-Ländern mit dem jeweiligen Dienstnehmer / der jeweiligen Dienstnehmerin eine Vereinbarung abschließen, in der diese Verpflichtungen auf den Dienstnehmer / die Dienstnehmerin übertragen werden.

Dienstgeber / Dienstgeberinnen aus Nicht-EU-/EWR-Staaten sind bei Fehlen einer inländischen Betriebsstätte sowohl von der Verpflichtung zur Anmeldung der Dienstnehmer / Dienstnehmerinnen als auch von der Abfuhr der Dienstgeber- und Dienstnehmeranteile befreit. Der Dienstnehmer / die Dienstnehmerin (mit Wohnsitz in Österreich) muss die Anmeldung bei der zuständigen Krankenkasse selbst vornehmen und sowohl Dienstnehmer- als auch Dienstgeberanteile zahlen. Dies gilt für unselbständige Dienstnehmer / Dienstnehmerinnen sowie freie Dienstnehmer / Dienstnehmerinnen. Der Beitragsprozentsatz ist abhängig von der Art des Beschäftigungsverhältnisses.

Anders als Arbeitnehmer / Arbeitnehmerinnen müssen sich Selbstständige selbst zur Sozialversicherung (bei der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft) an- und abmelden und die Beiträge abführen. In jenen Fällen, in denen die Versicherung an eine formelle Voraussetzung (z. B. Gewerbeberechtigung) geknüpft ist, beginnt das Versicherungsverhältnis mit dem Tag der Erlangung der Gewerbeberechtigung und endet am Monatsletzten, der auf die Rücklegung der Gewerbeberechtigung folgt.

Der Versicherungsschutz von Personen aus Mitgliedstaaten des EWR und der Schweiz wird durch die EU Verordnung 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit geregelt.

Personen aus den USA und Kanada sollten vorab die Leistungen ihrer Krankenversicherung im Falle eines Arbeitsaufenthaltes in Österreich prüfen und gegebenenfalls Zusatzversicherungen abschließen. Die in Anspruch genommenen Leistungen im Krankheitsfall müssen in Österreich vorerst bezahlt werden und werden dann – abhängig vom Versicherungsschutz der Person – ganz oder teilweise refundiert.

Übersicht über Abgaben, die vom Dienstgeber abzuführen sind:

  • SV-DGA (Sozialversicherung – Dienstgeber-Anteil): 21,38%

  • MV-Beitrag (Mitarbeiter-Vorsorge-Beitrag): 1,53%

  • DB (Dienstgeber-Beitrag zum Familienlastenausgleichsfonds): 3,9%

  • DZ (Dienstgeber-Beitrag – Zuschlag): unter 0,5%, Höhe je nach Bundesland unterschiedlich

  • Kommunalsteuer: 3% (wenn Dienstgeber eine Betriebsstätte in Österreich hat)

  • U-Bahn Abgabe: nur bei Beschäftigungsort Wien, € 2 pro angefangener Woche

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